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Der Vater

Gott, der ewige Vater, ist Schöpfer, Ursprung, Erhalter und Herr alles Geschaffenen. Er ist gerecht und heilig, barmherzig und gnädig, langmütig und reich an beständiger Liebe und Treue.
Die Eigenschaften und die Macht, wie der Sohn und der Heilige Geist sie bekunden, sind gleichermaßen Offenbarungen des Vaters.
| Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten, Nr. 3

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Die Gottesbilder der Menschheit

Betrachtet man die Gottesvorstellungen verschiedener Religionen, so drängt sich in der Tat der Eindruck auf, Gott sei nach dem Bild des Menschen geschaffen worden, nicht umgekehrt. Diese Gottesbilder verraten uns mehr über die Gedankenwelt und Auffassungen vergangener Zeiten und Kulturen, als dass sie uns zuverlässig Auskunft geben könnten über den ganz Anderen, den ewigen Gott.

Der griechisch-römische Götterhimmel beispielsweise wirkt wie ein Spiegelbild der antiken Gesellschaft, einschließlich ihrer Moralvorstellungen und Leidenschaften. Und während Mohammed den arabischen Wüstenstämmen einen die totale Unterwerfung fordernden, „Allerbarmer“ verkündet, weiß der nach Selbsterlösung strebende Buddha über Gott nur wenig zu sagen. Für die Stammesreligionen der Naturvölker wiederum ist die Vorstellung von der totalen Beseeltheit der Natur bestimmend (Animismus).

In Jesus Christus hat Gott gewissermaßen sein wahres Gesicht und Wesen enthüllt. Als menschgewordener Gott (Johannes 1,14) offenbarte Jesus, was schon Jona und andere Fromme vor und nach ihm wussten (aber nicht immer wahrhaben wollten), dass Gott nämlich gnädig und barmherzig ist: „Ich wusste es doch: Du bist voll Liebe und Erbarmen, du hast Geduld, deine Güte kennt keine Grenzen.“ (Jona 4,2; vgl. 2 Mo 34,6f.)

In grundlegender Übereinstimmung mit der Gottesoffenbarung im Alten Bund, doch in unübertroffener Klarheit und Anziehungskraft, macht das Neue Testament ein Dreifaches über diesen Gott deutlich.

Gott ist ein „Du“

Gott ist nicht nur die Energie, die alles durchströmt, oder der Geist, der alles Lebendige erfüllt. Im Gegensatz zur pantheistischen Vorstellung vom göttlichen Sein sieht die Bibel in Gott das personale Gegenüber des Menschen, das mit seinen Geschöpfen kommuniziert (1 Mose 3,8f.; 2 Mose 33,11), sich mit ihnen partnerschaftlich verbindet (Johannes 14,12-14; Offenbarung 5,10; Offenbarung 20,4-6) und in eine persönliche Lebensbeziehung zu ihnen eintritt (Johannes 17,3; 1 Joh 1,1-3).

Gott ist heilig

Wie bedeutsam, ja geradezu heilsam diese Nähe Gottes für uns Menschen ist, wird nicht zuletzt an der Heiligkeit Gottes deutlich, die im Alten Testament häufig hervorgehoben und im Neuen Testament im Sinne der Hoheit (Offenbarung 4), Unergründbarkeit (Römer 11,33-36) und Unnahbarkeit Gottes (1 Timotheus 6,16) verstanden und bestätigt wird. Das eigentlich Unfassbare und Wunderbare aber ist, dass sich dieser heilige Gott dem Menschen liebevoll und rettend zuwendet. Seine Heiligkeit zeigt sich gerade nicht – wie man vermuten könnte – in isolierter Erhabenheit und unüberwindlicher Distanz, sondern in echter Zuwendung und liebevoller Annäherung an seine sündigen und erlösungsbedürftigen Geschöpfe (Jesaja 6,1-7; Jesaja 57,15).

Gott ist gerecht

Ein weiterer grundlegender, aber ebenfalls häufig missverstandener Begriff, der das Wesen Gottes treffend beschreibt, ist das Wort „Gerechtigkeit“. Damit meint die Bibel nicht – wie im abendländischen Rechtsverständnis – den verdienten Ausgleich und die neutrale Haltung strikter Unparteilichkeit, wie dies in den zwei Waagschalen sowie den verbundenen Augen der römischen Göttin Justitia zum Ausdruck kommt. Im Gegenteil: Der gerechte Gott ergreift stets eindeutig Partei! Er tritt entschieden für die Entrechteten und Unterdrückten, die Armen und Elenden sowie für alle ein, die seinen Namen anrufen (Jesaja 11,4; Jesaja 41,10).

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