Andachten

Andacht

Andacht 04.09.2018

04. September 2018 | Joachim Hildebrandt

Andacht 04.09.2018

Denn er [der Herr] ist unser Gott und wir sind sein Volk, er sorgt für uns wie ein Hirt, er leitet uns wie eine Herde. Heute gilt es! Hört, was er euch sagt.

Vor meinem Arbeitszimmerfenster grast eine Herde junger Kühe. Ihr Heute besteht darin, Gras zu fressen, zur Tränke zu schlendern, wiederzukäuen, ein wenig hin und her zu laufen, vor sich hinzudösen oder auch zu schlafen. Mehr Wahlmöglichkeiten haben sie nicht.
Beim Menschen Leben sieht das ganz anders aus. Vom Aufwachen bis zum Schlafengehen können und müssen wir Hunderte Entscheidungen treffen. Die allermeisten treffen wir, ohne lange zu überlegen: was wir anziehen, was wir essen, wofür wir unser Geld ausgeben, welche Fernsehsendungen wir uns anschauen usw. Aber auch die bedeutsamen und manchmal schwerwiegenden Entscheidungen gehören dazu: welche Ausbildung ich wähle, welchen Partner ich heirate oder ob ich mein Knie operieren lasse. Und schließlich auch, ob ich mich für die Nachfolge Christi entscheide und ob ich heute meiner Entscheidung für Christus treu bleibe.
Gott fordert uns im Andachtstext auf, zu hören, bevor wir wichtige Entscheidungen treffen. „Hört!“ bedeutet ja nicht nur, akustisch aufzunehmen, was Gott uns in seinem Wort sagt. In meiner Kindheit hat meine Mutter mir immer wieder mit nachdrücklicher Stimme zugerufen: „Junge, hörst du denn nicht?“ Das klingt mir nach 75 Jahren immer noch in meinen Ohren. Sie wusste genau, dass meine Hörfähigkeit nicht eingeschränkt war. Sie vermisste vielmehr, dass ich nicht auf das reagierte, was ich gehört hatte. Reagiere ich auf das, was Gott mir in seinem Wort heute sagt? Wie reagiere ich auf das, was ich heute in seinem Wort lese?
„Was meint heute? Es meint Gottes ewiges Jetzt, diesen Augenblick voll göttlicher Mahnung und Gnade. Jetzt ist die günstige Gelegenheit. Jetzt ist die Zeit, sich selbst zu prüfen, um zu erkennen, in welcher Richtung man unterwegs ist, und sich erneut Gottes Willen unterzuordnen.“ (William G. Johnsson, Der Brief an die Hebräer, Advent-Verlag 2003, S. 79)
Nur das Heute gehört uns. Ob wir morgen noch tun können, was wir heute versäumen, ist fraglich. Die lange Bank ist bekanntlich ein erfolgreiches Möbelstück des Teufels. Hören und reagieren wir heute auf die Worte unseres Hirten!

Zurück