Andachten

Andacht

Andacht 14.09.2018

14. September 2018 | Sandra Heddrich

Andacht 14.09.2018

Gott, der Herr, brachte den Menschen in den Garten Eden. Er sollte ihn bebauen und bewahren.

Ich liebe es, die Fantasie von Kindern zu entdecken. Mit meinen Neffen und Nichten habe ich ein Spiel entwickelt, das mich immer wieder neu fasziniert: Ich nenne ihnen fünf Wörter und sie haben den Auftrag, daraus eine Geschichte zu erzählen. Sie kann völlig verrückt oder ganz realistisch sein, wichtig ist nur, dass diese fünf Worte enthalten sind. Es macht mir viel Freude, zu sehen, wie kreativ die Kinder die Worte zusammenfügen und dabei ihre eigene Persönlichkeit in die Geschichte einfließen lassen.
Bei dem obigen Bibeltext habe ich mich gefragt, ob es Gott damals ähnlich ging. Er schuf die Erde mit ihrer ganzen Vielfalt und Schönheit und vertraute sie dann den Menschen an. Was für ein Auftrag! Der Mensch darf sich mit seiner Kreativität einbringen. Ja, er soll es sogar. Gott gibt ihm dafür nur einen Rahmen: „Bebaue so, dass du zugleich auch bewahrst!“
Ich kann mir vorstellen, dass Gott viel Freude daran hatte, zu entdecken, wie der Mensch die Erde gestaltete. Ein paar Verse weiter steht: „Und Gott, der Herr, formte aus Erde alle Arten von Tieren und Vögeln. Er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, welche Namen er ihnen geben würde.“ (V. 19) Gott bezog den Menschen direkt mit ein. Es interessierte ihn, welche Namen Adam sich ausdenken würde. Vielleicht fiel es Adam manchmal schwer, sofort einen passenden Namen zu finden, und er nahm sich Zeit zum Überlegen. Doch er brauchte keine Angst zu haben, einen falschen Namen zu vergeben. Sein ganzer Erfindungsreichtum stand ihm zur Verfügung, ohne Einschränkung.
Diese Geschichte zeigt mir einen Gott, der mir die Freiheit schenkt, mich zu entfalten. Mehr noch: der daran Freude hat und mir Raum schenkt, meine Fähigkeiten zu nutzen. Es tut mir gut, mir dies in meinem Alltag immer wieder bewusst zu machen. Denn besonders in stressigen Zeiten vergesse ich das und habe Angst, eigene Entscheidungen zu treffen. Dann hätte ich am liebsten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für mein Leben. Doch ich glaube nicht, dass Gott daran Freude hätte. Denn er schenkt Freiheit und Entfaltungsspielraum, Fantasie und Kreativität. Welche Geschichte erzählst du heute?

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