Andachten

Andacht

Andacht 17.11.2019

17. November 2019 | Alexander Köbele

Andacht 17.11.2019

Bildnachweis: Katarzyna Wendt

Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen.

Fußspuren haben ihre ganz eigene Faszination, ob in einer verschneiten Winterlandschaft oder an einem sandigen Meeresstrand – besonders dann, wenn es die ersten sind. So wie die Abdrücke unserer Katze vor dem Haus im ersten Schnee des Jahres. Oder die Spuren eines Elchs im Wald hinter dem Ferienhaus während des Sommerurlaubs in Schweden. Wir folgten der Spur in der Hoffnung, dem imposanten Tier zu begegnen. Leider ohne Erfolg.
Auch in unserem Glaubensleben wünschen wir uns, Hinweise und Spuren von Gott zu entdecken. Einerseits, weil es unserer Beziehung zu ihm einfach gut tut zu wissen, dass er da ist. Andererseits erhoffen wir uns von ihm Führung und Orientierung.
WWJD – „What Would Jesus Do“, dieses Akronym war und ist für viele Nachfolger Jesu Ausdruck ihres Wunsches, ihr ganzes Leben so zu gestalten, dass sie – dem obigen Bibeltext entsprechend – Jesu Beispiel folgen. Dazu stellen sie sich vor Entscheidungen stets diese Frage: „Was würde Jesus tun?“
Jesus, der Mensch gewordene Gott, hat uns tatsächlich gezeigt, wie Gott handeln würde, wenn er in unserer Situation wäre, und wie Gott sich ein Leben nach seinem Willen vorstellt. Natürlich umfasste Jesu Auftrag noch vieles mehr, doch Petrus betont hier: Jesus wurde uns zum Vorbild. Dabei sollten wir nicht vergessen, welche Herrlichkeit Jesus verließ und auf welche Vorrechte er unseretwegen verzichtete. Er tat es allein aus Liebe.
Unvergessen bleibt mir eine Begebenheit, die ich mit meinen damals noch kleinen Kindern erlebte. An einem steilen, schneebedeckten Abhang im Wald rutschten sie spontan auf ihren Schneehosen hinunter. Von ihrer Freude angesteckt und im Wissen, dass sie wieder nach oben zurückmussten, machte ich es ihnen nach. Als ich auf dem Rückweg bemerkte, dass sie meine Spuren nutzten, um besser nach oben zu gelangen, verringerte ich meine Schrittweite, um ihnen das Nachsteigen zu erleichtern.
Jesus ist uns auf ähnliche Weise den Weg vorausgegangen. Als Vorbild, zur Orientierung, als Hilfestellung. Die Frage, was er tun würde, bleibt nicht hypothetisch. Wir können jeden Tag seinem Beispiel folgen. Gott sei Dank!

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