Andachten

Andacht

Andacht 04.05.2021

04. Mai 2021 | Franz-Josef Eiteneier

Andacht 04.05.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Entferne die Schlacken aus dem Silber, dann gestaltet der Schmied kunstvolle Gefäße daraus.

Ein Lehrer gab seinen Schülern die Aufgabe, eine Mischung aus Sand und Eisenspänen zu trennen. Zunächst schütteten sie das Gemisch auf den Boden, verteilten es und suchten nach dem Eisen, aber ohne Erfolg. Dann ließen sie den Sand durch ihre Finger gleiten, aber auch so vermochten sie beides nicht zu trennen. Plötzlich hatte einer der Schüler eine Idee. Er verließ den Kreis, kam mit einem Magneten zurück, verteilte das Gemisch erneut auf dem Boden und hielt ihn darüber. Da sprangen die Eisenteilchen aus dem Sand an den Magneten. Wie oft gleichen wir diesen Schülern! Wir können in unserem Leben nichts „Wertvolles“ entdecken. Alles erscheint trocken und wertlos, so wie Sand. Die Liebe Gottes scheint es im Augenblick nur für die anderen zu geben. Es gibt wenig Freude und Hoffnung, kaum ein Lichtblick, nur Dunkelheit. Meine Situation hat sich seit Tagen nicht verändert. Immer noch kämpfe ich mit den gleichen Problemen ohne Aussicht auf Veränderung. Wenn das Beschriebene im Moment auch nur annähernd deiner Situation entspricht und der heutige Tag wieder zum Problem zu werden scheint – versuche an den Magneten zu denken. Auch wenn alles miteinander vermischt ist, streiche mit dankbarem Herzen wie mit einem Magneten über den Sand der täglichen Ereignisse, und du entdeckst auf einmal auch für diesen Tag die guten Gaben Gottes für dich. Diese Gnadengaben sind, um im Bild zu bleiben, wie Eisenspäne mit Sand vermischt. Doch wir dürfen sie jeden Tag aufs Neue mit dem Magneten des Glaubens und Vertrauens dankbar herausziehen. Gott will, dass es uns gut geht, und er hat „Gedanken des Friedens und nicht des Leides“ über uns und will uns „Zukunft und Hoffnung“ geben (Jer 29,11). Allerdings sind seine Gedanken nicht unsere Gedanken und seine Wege nicht unsere Wege (Jes 55,8). Gott wird zwar nicht unbedingt die Umstände ändern, aber er will dich verändern, wenn du es zulässt. Dabei geht es nicht um Äußerlichkeiten, sondern um die Substanz. In Hesekiel 36 ab Vers 26 wird oft erwähnt, was Gott tun will. Lass es zu, lass dich von ihm verändern und entdecke das Gute, das Gott für dich bereithält.

Zurück