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Bikersabbat in Wieren

Bikersabbat in Wieren

06. Juni 2018 | db | Kategorie: NiB

„Motorradfahrer sind rücksichtslos, fahren immer schneller als ihre Schutzengel fliegen können, sind viel zu laut – und haben nichts mit Gemeinde zu tun!“

Diesen "schönen" Vorurteilen zum Trotz trafen sich am 2. Juni fünfundzwanzig Biker in Wieren bei Uelzen zum alljährlichen Bikersabbat. Ok, keiner hatte einen Anzug und Krawatte dabei. Wir haben nicht in Reihen gesessen und der Gottesdienst hat nicht pünktlich um 9.30 Uhr begonnen. Aber dennoch war es ein Sabbat zum Auftanken bei Gott und mit herzlicher Gemeinschaft. Oft steht in Programmen am Anfang der Begriff „Ankommen“. Für Biker ist das mehr als ein Moment der Stille. Es ist der näherkommende Sound von Freunden und Bekannten, das Abstellen des Motors und der Freude, sich wieder zu sehen. Hergekommen durch die kühle Luft des Sabbatmorgens noch mit der Wärme des Motors an den Stiefeln, Fliegen auf dem Visier und der Freude auf die gemeinsame Zeit eines Ruhetages.

Deshalb brauchte es auch noch einige Zeit bei Kaffee und Brötchen bis man zur gemeinsamen Ruhe kommt: Gott danken im Lied und sein Wort einfach hören, wie es noch heute in unser Leben spricht.

Wenn Biker gemeinsam Sabbat erleben, dann kann das aber nicht nur im Reden, Danken, Hören, Beten und gemeinsamen Essen bleiben. Wieren liegt im Wendland mit langen, geraden Straßen, Wald und Wiesen und vielen Rundlingsdörfern. Ein nicht heißer und trockener Tag lud uns gemeinsam auf die Straße ein. In kleinen Gruppen trafen wir uns immer wieder in Lübeln, einem Jahrhunderte alten slawischen Rundlingsdorf und beim Aussichtsturm an der Elbe. Dann zurück auf schnurgeradem Asphalt bei kaum Verkehr durch tunnelartige Wälder und verschlafene Dörfer, um dann kurz vor Wieren noch einmal vor einer ländlichen Bahnschranke vor einem einzelnen Gleis auf die Durchfahrt des Nahverkehrszuges zu warten. Doch dann wartete bereits der Grill auf einen genüsslichen Ausklang des Sabbats.

Biker sind eben ganz sensible Menschen mit einem starken Sinn für das Schöne, für viel frische Luft und immer offen, Gottes Schöpfung bewusst wahrzunehmen und sie dankbar zu genießen.

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